Von Elsa Rieger und Victoria Suffrage
Spannend geschrieben mit liebenswerten Charakteren, die trotz ihrer Krisen den Lebensmut und die Frische nicht verlieren!
Der Roman „Ohne Schuld“ von Victoria Suffrage und Elsa Rieger zeichnet das Leben zweier junger Frauen ohne Kompromisse. Manche Umstände (die bourgoisen Eltern zum Beispiel) erscheinen einem fast klischeehaft – in der Summe verstärken sie aber gekonnt die emotional einsamen Verhältnisse, die die Mädchen in der Vorstadt erleben müssen. Und trotzdem bleiben sie immer nahbar und liebenswert.
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Gedanken zur Jahreszeit
Tauwetter ist grauschwarz, suppt und sifft.
Ich mag eigentlich kein Tauwetter. Es ist Mittelmaß. Nicht heiß nicht kalt. Nicht fest nicht flüssig. Pippi Langstrumpf ohne Sommersprossen und Pferd. Wie das Wort „eigentlich“. „Eigentlich“ macht jede Tatsache relativ. Das Wort gehört zu den Füllwortern, Füllwörter sollte man streichen. Darum schreibe ich nicht über Tauwetter, kein Wort. Wie soll man über das Dazwischen auch schreiben? Eben, wenn man das „eigentlich“ weglässt, muss man es direkt aussprechen: Tauwetter ist für sich allein betrachtet doof.
Bei Tauwetter rauscht das geschmolzene Wasser. Die Flüsse steigen über die Ufer, überschwemmen, füllen Keller. Das Wasser nimmt Geröll mit, Schmutz und Dreck. Es fließt aus allen Richtungen, von oben nach unten. Zurück bleiben graue, matschige mit Erde vermischte Schneereste. Tauwetter nimmt Dreck mit, hinterlässt Dreck.
Es gibt Länder, in denen kommt der Frühling fast über Nacht. In Moskau zum Beispiel mutet es wie ein Wunder an, wenn binnen weniger Tage die schwarzen Flächen neben den Straßen grün werden. Nach dem Winter besiedelt grün all den grauschwarzen Ruß.
Heute möchte ich eine Geschichte von mir verlinken, die in der Weihnachtstext-Werkstatt von Annette Paul erschienen ist. Vielen Dank dafür! Einfach auf das Bild klicken und Ihr werdet zu der Seite mit der Geschichte weitergeleitet.
