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„Ungerecht!“ Leseprobe

1. Kapitel: Ein Kloster voller Möglichkeiten

Cover "Ungerecht!" von Tine SprandelJakob trabte an der hohen Mauer entlang und drückte die Klinke der Holztür. Er stemmte sein Gewicht dagegen, dann erst öffnete sich die Tür. Es roch nach dicken Wänden, die kaum etwas von der Wärme des Sommers abbekommen hatten. Die Vorhalle blinkte kalt und kahl. Die neuen Turnschuhe quietschten zu laut auf den abgelaufenen Fliesen. Es war der zweite Schultag im neuen Schuljahr in der neuen Stadt.

Zuerst marschierte Jakob an gleichförmigen Türen vorbei. Mit Schildern, auf denen zu lesen war: „Pforte“, „Sekretariat“ „Putzraum“. Am Ende des Ganges bog er um die Ecke.

Es folgten rechts und links vier Türen: „Frühling“, „Herbst“, „Sommer“, als letztes sein Klassenzimmer „Winter“.

Ein ganzes Schuljahr Winter. Zum Gruseln.

Die Tür stand offen.

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1. Fusulus

Das Fuchsmännchen Fusulus verließ nie sein Revier. Warum auch. Um ihn herum herrschte grüne Wildnis. Wässrig grün, moosgrün, dunkelgrün und überall lindgrün. An manchen Ästen schimmerten Nadeln, an anderen große, gezackte oder glatte Blätter. Lianen gleich hingen Waldreben von den Wipfeln. Der Boden verschwand unter Beerensträuchern, riesigen Blättern des Bärenklaus, lila Blütenrispen vom Fingerhut, weißen Sternchen des Waldmeisters. Es duftete nach Wiese und morschem Holz. [continue reading…]

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Dir Prinzessin mit der feinen Nase

Am ersten Tag versank die Wiese in brütendes Schweigen. Die Margeriten ließen ihre Köpfchen sinken und die Wiesenwesen erstarrten im Nachdenken.

Da kroch der Wiesenwicht Viktor aus seiner Lieblingsblüte, dem nickenden Dingsda und sah sich erstaunt um. Gerade hatte er sich mit Duft vollgesogen, nun wunderte er sich über die drückende Stille.

Die anderen lachten ihn aus: „Bist du auch schon wach?“

Und sie sagten: „Der ist zu faul, um dem König zu helfen. Der ist zu faul, um überhaupt die neuesten Nachrichten zu empfangen.“

Viktor gähnte und wollte sich schon wieder in seinen Kelch verkriechen, als er das leise Wispern einer lahmen Nacktschnecke vernahm: „Hör zu: Der König belohnt denjenigen, der seiner Tochter den Geruchssinn wieder gibt. Reicher Lohn, leichte Beute, du musst nur eine Idee haben!“ [continue reading…]

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